Das Klemi feiert 90 Jahre!


Vor 90 Jahren wurde der Grundstein zum Gymnasium St. Klemens gelegt – damals noch in Meggen als «Ausbildungsstätte für spätberufene Priester». Heute ist das St. Klemens in Ebikon ein innovatives Gymnasium in überschaubarer Grösse mit einer Tagesschule, das seinen Platz in der Luzerner Bildungslandschaft gefunden hat. Das Jubiläum wurde vergangene Woche mit Vertretungen aus Politik, Bildung, Kirche und der Standortgemeinde Ebikon gefeiert.

Das Gymnasium St. Klemens ist heute ein kleines, familiäres Gymnasium, direkt am Rotsee in Ebikon gelegen. Rund 160 Schülerinnen und Schüler besuchen die Schule, die seit diesem Sommer auch ein Untergymnasium führt. In diesem Jahr feiert das «Klemi» sein 90-jähriges Bestehen, was vergangene Woche sowohl schulintern wie auch mit einer offiziellen Feier gewürdigt wurde. Weshalb 90? Rektorin Tanja Hager dazu: «Natürlich freuen wir uns schon auf das 100-jährige Jubiläum. Aber nach der schwierigen Zeit während der Pandemie reifte bei uns der Gedanke, dass man Feste feiern muss, wie sie fallen. So blicken wir dankbar auf 90 Jahre zurück und freuen uns über verschiedene Neuerungen, mit denen wir mit dem «Klemi» in die Zukunft gehen wollen».

P. Adrian Willi und Fritz Reinhard (v.l.n.r.)

Moderne, partizipative Pädagogik seit 90 Jahren

Begonnen hat alles vor 90 Jahren. In Meggen gründeten die Pallottiner – ein katholischer Orden, der weltweit tätig ist – ein «Institut für spätberufene Priester». Die Institution wuchs schnell und wurde bereits zwei Jahre später nach Ebikon verlegt, in ein Gebäude an der alten Kantonsstrasse. Die Schüler wurden auf die Matura mit Griechisch und Latein vorbereitet und schlossen jeweils an einem Lyzeum die beiden letzten Jahre ab, bevor sie sich dann meist der Priesterlaufbahn zuwandten. In den 60er Jahren entstand der Neubau direkt am Rotsee und die Bildung eines Campus’ mit Internatsräumlichkeiten im Hochhaus, das heute Studiumszimmer der Tagesschülerinnen und-schüler sowie eine Schüler-WG beherbergt. Die Pallottiner entwickelten eine moderne, partizipative Pädagogik.

Flugaufnahme aus den 40er Jahren: Studienheim St. Clemens

Mit dem gesellschaftlichen Wandel Anfang der 70er Jahre veränderte sich sowohl der Lehrkörper wie auch die Schülerschaft: St. Klemens wurde zum regionalen Gymnasium, weltliche Lehrpersonen lösten die Pallottiner ab und ab 1975 waren auch Mädchen an der Schule zugelassen. Es folgte die Anerkennung als Maturitätsschule und Überführung der Schule in die Trägerschaft der neu gegründeten Pallottinerstiftung. Sie prägt bis heute die christliche Tradition der Schule mit. Die Schule hat seit Jahren einen Leistungsauftrag des Kantons Luzern für sein Kurzzeitgymnasium.

Ziel: 10 Klassen eine Turnhalle

Aus der Anfangszeit ist insbesondere die innovative und menschenorientierte Grundhaltung der Schule erhalten geblieben. Stiftungsratspräsident Bruno Wicki, gleichzeitig Geschäftsführer Berufsbildung bei Schindler AG: «Das St. Klemens ist ein kleines Gymnasium mit intensiver Begleitung der Schülerinnen und Schüler. Es setzt den Menschen ins Zentrum und bereitet sie auf die Arbeitswelt von morgen vor – mit vielfältigen Unterrichtsformaten in einer familiären Lernumgebung». Ein gezieltes Wachstum auf 10 Klassen mit 200 Schülerinnen und Schüler und ein stetiger Ausbau des Tagesschulangebots nennt Wicki als Ziele für die kommenden Jahre – und den Bau einer eigenen Turnhalle.

Bruno Wicki und Tanja Hager

Regierungsrätliches Grusswort

Marcel Schwerzmann, Luzerner Bildungs- und Kulturdirektor betonte in seinem Grusswort anlässlich der Jubiläumsfeier, dass die Schule auf die Unterstützung des Kantons zählen kann. Das «Klemi», so der Bildungsdirektor, hat in den vergangenen Jahren seine Position massiv gefestigt, die Herausforderungen angenommen, innovative Lösungen gesucht – und den Blick für die Zukunft geschärft.Musikalisch untermalt wurde die Feier einerseits mit dem Schülerchor, andererseits mit der fulminanten Lehrpersonen-Band. Die Jubiläumsfeier war gelungen, die Schule ist gut und mit steigender Nachfrage unterwegs – in 10 Jahren gibt es wieder einen nächsten Grund, die Schule und das 100-jährige Bestehen zu feiern.

Festredner Regierungsrat Marcel Schwerzmann

Impressionen


Weitere Highlights im Jubiläumsjahr:

Pallottitag

20. Januar 2023, 17.30 Uhr

Klemi-Arena mit Prof. Dr. Rouven Porz,

Medizinethik und ärztliche Weiterbildung, Insel Gruppe Bern

«Sind Spitalethiker das neue (bezahlte) Gewissen?»

Nacht der Naturwissenschaften

9. März 2023, 18.00 Uhr

Vortrag von Dr. Florian Huber,

Unterwasserarchäologe und Forschungstaucher

«Im Bann der Tiefe – eine Zeitreise durch unsere Ozeane»

Theater: Mr. Pilks Irrenhaus


„Zu allererst muss gesagt werden, dass Henry Pilk ein Wahnsinniger ist. Ein Geschichtenerzähler von grossem Format. Ein leidenschaftlicher irischer Patriot, trotz kanadischer Herkunft. Und er schreibt bis er nicht mehr kann. Er schreibt auf Zigarettenschachteln, Servietten, Streichholzbriefchen, Wände, überall hin….“

So leitet das enfant terrible des britischen Theaters, Ken Campbell, seine Vorbemerkungen zum Stück ein. Er hinterlässt mit «Mr. Pilks Irrenhaus» eine Sammlung absurd-komischer, aberwitziger und anarchistischer Szenen. In 17 Dramoletten geht die Kunstfigur Henry Pilk dieser und anderen Fragen des menschlichen Lebens nach. Liebhaber des schwarzen englischen Humors dürften ihre helle Freude haben.

Minidramen werden mit viel britischem Humor gewürzt
Das Kanti-Theater St. Klemens widmet sich in der neuen Produktion dem fröhlichen Irrsinn. Das kommt gut an.
Was, wenn im Restaurant die Suppe mit der Socke des Kellners serviert wird? Ab wann ist der Tisch kein Tisch mehr, wenn man seine Beine kürzt? Und ist eine zugenähte Unterhose eine Handtasche? Diese und andere skurrile Fragen wirft Schriftsteller Ken Campbell in «Mr. Pilks Irrenhaus» auf und bindet einen bunten Strauss voller Absurditäten. Das Theaterstück ist eine Serie von Minidramen, in denen die Personen ihren Alltag zu leben versuchen, wie er geplant war, bis ihnen das Leben plötzlich einen – mitunter sehr schrägen – Streich spielt.

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Artikel aus der Luzernerzeitung vom 1.6.2022